13.02.2018 05:18 | von Roger Braun

Die Debatte über den Lehrplan 21 ist erschlafft

Der einst hochumstrittene Lehrplan 21 hat an Brisanz eingebüsst. Dies liegt nicht zuletzt an der SVP. Sie hat das Interesse an der Bildung verloren.
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geschrieben am 13.02.2018 08:19 | von Anton Müller

Das die linken Erziehungsdirektoren gerne den Widerstand gegen L21 der rechten-SVP in die Schuhe schieben wollen, ist etwas zu einfach. Der Widerstand regt sich vom Schüler, Eltern, Lehrer bis zu Politiker, parteiunabhängig, kein Kanton wo sich nicht etwas regt. Aber aktuell wird vermehrt über die aktuellen Auswirkungen des trojanischen Pferdes "Harmos" mit Abschaffung der Rechtschreibung und dem 2-Frühfrmendsprachen-Irrsinn in der Primar berichtet, fast jede Woche ein vernichtender Artikel in der Weltwoche und anderen Publikationen. Und die Negativ-Auswirkungen des nächsten trojanischen Pferdes "LP21" mit SOL - ADL - Notenabschaffen.. werden erst in ein paar Jahren in der Öffentlichkeit anerkannt-publik, um dann sogleich von den Verantwortlichen unter den Teppich gewedelt zu werden, so wie sie das heute mit den Frühfremdsprachen-Auswirkungen machen. Freut euch nicht zu früh, mit der Zeit kommt die Wahrheit immer offensichtlicher an den Tag, und die zeigt in die andere Richtung.

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geschrieben am 13.02.2018 10:11 | von Markus Fässler

Besten Dank für ihr Statement. Es zeigt wieder überdeutlich, dass gewisse Kreise Volksabstimmungen nur dann akzeptieren, wenn sie aus ihrer Richtung stammt. Es wird wiederum gejammert, masslos übertreiben, der Weltuntergang vorausgesagt und die Linken als Idioten beschimpft. Ich gehe damit einig, dass die Linken grossartige Siege mit 3/4 Mehrheit erreicht haben. LP21 ist zusammen mit der Energiewende die einzigen Reformvorlagen, zur der das Volk nicht Nein gesagt hat. Das Volk weiss, dass Englisch und Französisch nicht nur im Dienstleistungssektor matchendscheidend sind. Ich bin sehr froh, dass unsinniges Auswendiglernen der Vergangenheit angehört. Die Wirtschaft verlangt Menschen, die selbständig und verantwortungsbewusst handeln können. Dazu ist Methodenkompetenz gefragt. Aber eben die SVP will offensichtlich immer noch Kinder schickanieren lassen. Dann gibt es noch Medienkompetenz usw. Kompetenzorienter Untericht ist dringend notwendig. Ohne diese wird die Schweiz untergehen.

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geschrieben am 13.02.2018 09:46 | von christine weiss

Warum die SVP in Sachen Lehrplan 21 still geworden ist, ist doch offensichtlich: Sie hat bisher jede Volksabstimmung dagegen verloren. Das sie ja sonst so auf die Weisheit des Volkes baut: Das Volk folgt ihr im Falle LP 21 nicht. Zudem: Wer holt sich schon gerne eine Niederlage nach der anderen freiwillig ab? Kommt dazu dass 5 der Deutschschweizer ErziehungsdirektorInnen zur SVP gehören (TG, AG, NW, SG, ZG) - in dreien dieser Kantone blieben Initiativen erfolglos, in zweien gab's keine. In 4 weiteren Kantonen sind FDP-Leute für die Schulen zuständig (SH,BL,GL,SO). Auch hier: Initiative abgelehnt oder gar nicht erst gestartet. 5 weitere Kantone (ZH,FR,LU,UR,VS) haben CVP-Erziehungsdirektoren - nur in ZH steht noch eine Abstimmung aus. Ansonsten: nichts. BE und GR stehen noch aus - BE hat tatsächlich einen Grünen, GR einen SP-Erziehungsdirektor. BS (LDP),OW (CSP),AI+AR (beide parteilos): entweder keine Initiativen oder abgelehnt. Offensichtlich ist LP 21 parteiunabhängig akzeptiert.

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geschrieben am 13.02.2018 10:45 | von Anton Müller

Und vielleicht ist es auch darum etwas ruhiger um LP21 geworden, weil aufgrund des massiven Widerstands im Volke, massiv wie noch nie in der ganzen Schulgeschichte zuvor, manch ein Lehrer und Schuldirektor den LP21 nicht so "hart" umsetzt wie ursprünglich geplant, wie es damals vor ein paar Jahren die ZH-Niederhasli eingeführt hat, worauf sich Eltern- und Schülerdemonstrationen auf der Strasse bildeten. Sowas will ja kein Schuldirektor auf seinem Pausenplatz haben. Vernünftige und erfahrene Lehrer wissen worauf es ankommt, bei denen ist LP21 längst im Kübel, pardon in der Schublade, gelandet. Aber wetten, dass wir schon bald mit LP21.2 beglückt werden, und da ist dann alles noch viel besser, noch ein paar tausend Kompetenzen feiner... alle Fehler (die es ja in der jetzigen Version offiziell gar nicht gibt) werden ausgemerzt sein. Das Volk will einfach eine gute stabile Schule, das wird von LP21 versprochen, nur die Umsetzung sieht ganz anders aus, Reformitis-Experimente ohne Ende.

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geschrieben am 13.02.2018 13:38 | von christine weiss

Sie leiden sehr darunter, dass es keinen Volksaufstand gegen LP 21 gab, gell? Oder äussert sich ein total massiver, absolut harter Widerstand gegen LP 21 darin, dass das angeblich Widerstand leistende Volk dem Lehrplan zustimmt? Immer und immer wieder. Die Idee mit den widerständigen Lehrern ist Chabis, weil erst die Abstimmung kommt und dann die Einführung. Die Eltern und der Rest der Stimmberechtigten kann also nicht deshalb für den LP 21 gestimmt haben, weil die Lehrer ihn nicht umsetz(t)en. Ausserdem wird er in vielen Kantonen bereits umgesetzt - und zwar so, wie es immer gesagt wurde: mit Augenmass und weiterhin genügend Freiraum für die Umsetzung durch Lehrkräfte. (Und wenn es in einem einzigen Ort massive Probleme gab, in allen anderen aber nicht, danmn hat's ebend och vermutlich am Ort und nicht am Lehrplan gelegen. Sie haben ja noch immer keinen zweiten Ort gefunden...)

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geschrieben am 13.02.2018 14:22 | von Anton Müller

Die wenigsten Kantone konnten darüber abstimmen, mancherorts wurde ein solches Abstimmungsansinnen diktatorisch als ungültig erklärt! Und dass es zu Volksabstimmungen kommt, zeigt ja den Widerstand, und ja, bis jetzt haben die Befürworter gewonnen, warum? Die Mehrzahl der Stimmbürger hat keine schulpflichtigen Kinder und somit keine Ahnung was abgeht, die Schulpolitiker streuen dauernd Sand in die Augen mit "wir wollen jetzt keine Änderung-Umstellung des Lehrplans mehr, wir wollen jetzt in Ruhe mit LP21 arbeiten" und suggerieren, dass das System wie bisher weiterläuft, in Tat und Wahrheit sind sie mit Vollgas dabei, massivste Systemänderungen wie Kompetenzorientierung - selbstgesteuertes Lernen (SOL) - altersdurchmischtes Lernen (ADL) - Noten abschaffen.. einzuführen. Ernüchterung ist bereits eingekehrt, ADL gescheitert (siehe Winterthur), die SOL-Schulzimmer werden schon bald ungebraucht herumstehen wie die Sprachlabors in den 70'ern. Der Niveau-Abbau wird erst in Jahren mess-sichtbar

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geschrieben am 13.02.2018 15:05 | von Anton Müller

Niederhasli ZH hat eines gezeigt: je härter LP21 mit Selbstorganisiertem Lernen (SOL) umgesetzt wird, je massiver wird der Widerstand: Wenn Eltern merken, dass sie die eigentliche Lehreraufgabe aufgedrückt bekommen haben wie: Rechtschreibung beibringen, das kleine Einmaleins beibringen, ständig im Internet die Grundlagen zu einem Thema ergoogeln, ausdrucken, erklären, erarbeiten und beüben müssen, eigentlich Haupt-Aufgabe des Lehrers, und sich die Eltern fragen, für was sie die Kinder eigentlich noch in die Schule schicken, dann wird's arg. Der SOL-Systemfehler liegt darin, dass wenn Schüler sich die Grundlagen selbst erarbeiten sollen, was viel Zeit braucht, und die fehlt dann meist für Übungen, diese erarbeiteten Grundlagen kein Lehrer anschaut und kontrolliert - oder eben dann die Eltern überarbeiten dürfen, mit den falschen und unvollständigen Grundlagen Übungen gemacht werden. Niveauabbau ist damit vorprogrammiert und Realität, es gibt kein ineffizienteres Lernsystem.

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geschrieben am 13.02.2018 17:18 | von christine weiss

Ihre Meinung kurz auf einen Nenner gebracht: Niemand hat eine Ahnung ausser Ihnen. Stimmbürger zu dumm, träg, keine Kinder - Schulpolitiker (von SVP bis SP) streuen Sand in die Augen anderer etc...

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geschrieben am 14.02.2018 08:41 | von Anton Müller

Wir durften die Experimentli der letzten 10 Jahre mit unseren Kinder durchexistieren und wissen wie die Realität aussieht, im Gegensatz zu all den praxisfernen Theorie-Reform- alt68- laisserfaire- rechtschreibekorrekturprogrammanwenderstattselberwissen- percnoptèrepauker - verbenkonjugierenbrauchtsnicht- naivinterneteuphoriker- medienkompetenzstattnaturwissenschaften- Pädagogen

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geschrieben am 14.02.2018 13:05 | von Martin List

Zum Glück gibt es noch die Möglichkeit die Schule der Entwicklung in der Gesellschaft anzupassen. Auch wenn das gute alte Preussische Schulsystem natürlich beliebt ist, braucht es in der Zukunft immer weniger Menschen die Dienst nach Vorschrift machen und auf Ihrem einstig erlernten Beruf ein Leben lang Erwerbstätig bleiben. Daher bin ich froh das die Stimmbürger, warum auch immer, den LP 21 angenommen hat. Vielleicht war es auch ein Vorteil das Menschen ohen Kinder abgestummen haben, die Möglichkeit das diese auch Objektiver infomationen eingeholt haben besteht ja auch. Oft ist man so in ein Thema eingebunden (in diesem Fall als Eltern) das man den Wald voller Bäume nicht mehr sieht. Fakt ist das die Anforderungen an Methoden - und Lernkompetenzen in der Gesellschaft deutlich zugenommen hat und diesen Anforderungen werden auch unsere Schüler früher oder später ausgesetzt - daher ist ein LP Wechsel Fair, Notwendig.

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